Durchwachsender Auftrittt beim ÖsterreichGP endet für Kornfeil auf P8, Salac P19

Durchwachsender Auftrittt beim ÖsterreichGP endet für Kornfeil auf P8, Salac P19

Als der Red Bull Ring am Sonntagmorgen mit regennasser Strecke aufwartete, sah man viele rätselnde Gesichter in der Boxengasse von Spielberg. Das Thema Reifenwahl war an diesem Renntag sicher das meist debattierteste. Für die beiden Redox PrüstelGP Piloten hielt der Morgen noch eine freudige Überraschung bereit. Nachdem insgesamt 16 Fahrer mit Grid-Strafen belegt wurden, profitierten die beiden Tschechen von jeweils sechs Startplätzen.

Erfreudiger Weise durfte Jakub Kornfeil von P10 aus starten, was eine deutlich bessere Ausgangsposition darstellte, als sein im Q2 erfahrener sechzehnter Platz. Durch die noch immer abtrocknende Strecke stellten sich die anfänglichen Positionskämpfe als äußerst schwierig heraus. Die noch abtrocknende Ideallinie war zunächst nur sehr schmal und sobald man die verließ, stieg das Sturzrisiko extrem an. Der routinierte Tscheche behauptete sich nach wenigen Runden an der Spitze der zweiten Verfolgergruppe, in der keine geringeren als der WM-Favorit Aron Canet und Niccolo Antonelli unterwegs waren. Erst drei Runden vor Rennende setzten seine Verfolger zum Angriff an und sagten dem 26-Jähirgen an der Spitze den Kampf an. Schließlich war es nur Yurchenko, der es schaffte, ihm P7 wegzunehmen, sodass Jakub Kornfeil nichts desto trotz einen soliden achten Platz und damit acht WM-Punkte einfahren konnte.

Nachdem Filip Salac im morgendlichen Warm-Up unter nassen Bedingungen auf P7 landete, lief es für den jungen Tschechen im Rennen auf Slicks und abtrocknender Strecke nicht optimal. Einige Rempeleien zu Beginn des 23 Runden-Rennens brachten den Moto3 Rookie aus dem Rhythmus. Die verlorenen Positionen versuchte er durch konstante Rundenzeiten wett zu machen, aber eine Long-Lap-Penalty schob den Youngster erneut an das Ende des Feldes. Am Ende kann Filip Salac einen neunzehnten Platz verbuchen.

In zwei Wochen geht es in das regenberüchtigte Großbritannien an den Silverstone Circuit, auf dem im vergangenen Jahr auf Grund von schwersten Regenfällen der komplette Renntag gecancelt werden musste. Ist der neue Asphalt den Wassermassen in England gewachsen? Wir werden es sehen, aber vorher fährt das sächsische Moto3 Rennteam einen Test auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Dabei wird aber nicht der Youngster Filip Salac im Sattel sitzen, sondern der derzeitige Red Bull Rookiess Cup Pilot, Jason Duspasquier. Der Schweizer bekommt am Montag die Chance die Moto3 KTM von Filip Salac zu testen und sein Potential unter Beweis zu stellen.

Top 10:
1. Romano Fenati (VNE Snipers)
2. Tony Arbolino (VNE Snipers) + 1.097
3. John McPhee (Petronas Sprinta Racing) + 1.105
4. Celestino Vietti (SKY Racing Team VR46) + 1.120
5. Marcos Ramirez (Leopard Racing) + 6.789
6. Lorenzo Dalla Porta (Leopard Racing) + 7.559
7. Makar Yurchenko (BOE Skull Rider Mugen Racing) + 17.880
8. Jakub Kornfeil (Redox PrüstelGP) + 17.902
9. Niccolo Antonelli (SIC58 Squadra Corse) + 17.936
10. Aron Canet (Sterilgarda Max Racing Team) + 18.030
.
19. Filip Salac (Redox PrüstelGP) + 40.668

Jakub Kornfeil
Rider #84

Es war von Anfang an ein sehr schweres Rennen, da die Spitzenreiter zu Beginn gleich so schnell fuhren und sich eine erhebliche Lücke öffnete. Man hat gemerkt, dass sie ein völlig anderes Tempo fuhren, als alle Verfolgerguppen. Anfangs war ich in der dritten Gruppe gefangen. Wir waren nicht so schnell, weil es im letzten Sektor nur eine feine trockene Linie gab. Im Allgemeinen war es schwierig, auf der feuchten Strecke zu überholen. Ich habe meine Gegner ausgecheckt und wusste, ich musste eine Attacke starten, aber zum Beispiel Antonelli auf seiner Honda auf dieser Strecke zu überholen, ist nie einfach. Schließlich schaffte ich es doch undhielt mich gute neun Runden lang bequem vor ihnen. Ich verbessere mein Tempo trotz meiner abgenutzten Reifen. Ich bin in den letzten Runden eine 1:38.0 gefahren. Grundsätzlich hat das Motorrad gut funktioniert, mit hat im Rennen nur ein wenig die Höchstgeschwindigkeit gefehlt, auch in den Kurven, weshalb ich die Lücke zur zweiten Gruppe nicht schließen konnte. Mein Ziel war es, vor meiner Gruppe ins Ziel zu kommen, aber in der letzten Runde überholten mich Antonelli und Yurchenko in T3, gefolgt von Canet in der nächsten Kurve. Ich musste mich sehr anstrengen, um meine Position wiederzuerlangen, aber am Ende bin ich froh, dass es mir gelungen ist, Antonelli und Canet hinter mir zu lassen. Ich bin nicht besonders glücklich, weil ich Siebter werden wollte, aber es ist in Ordnung. Wir freuen uns jetzt auf den Test und Silverstone, wo es vielleicht etwas einfacher wird, denn hier in Österreich ging es nur um die Motorleistung.

Filip SALAC
Rider #12

Im Warm-up mussten wir auf nassen Reifen raus, ich hatte ein gutes Gefühl und wurde Siebter, was gut war. Vor dem Rennen war die Reifenwahl noch unklar. Es war entweder Medium Dry oder Medium Wet, aber am Ende haben wir uns wie die meisten Fahrer für Slicks entschieden. Das war auch gut, aber in der ersten Runde hatte die trockene Ideallinie nur eine Breite von ca. 1 m. Wenn man sich also außerhalb dieser Linie befand, musste man weit fahren, da man auf diesen feuchten Stellen mit den Slicks nicht normal einbiegen kann. Viermal hatte ich Kontakt mit anderen Fahrern, was mich jedes Mal in die Enge trieb, sodass ich weit gehen mustse. Beim vierten Mal wusste ich, dass mein Rennen im Grunde vorbei war. In der zweiten Hälfte bin ich gute Rundenzeiten gefahren, habe in einer Gruppe gekämpft, aber mit der Lomg-Lap-Panelty und alles in allem war es ein schlechtes Rennen für mich. Ich hoffe, in Silverstone stärker zu sein.

Florian Prüstel
Managing Director

Nach den ganzen Strafen von gestern sind wir schließlich von P10 und P17 aus gestartet. Jakub hatte einen guten Start und konnte sich somit gut in der dritten Gruppe halten. Er hat gut mit Antonelli und Cane gekämpft, konnte zwischenzeitlich auch etwas wegfahren. Zum Schluss hat die Truppe ihn wieder eingeholt und er ist auf den achten Platz zurückgefallen. Ich denke es war dennoch ein gutes Rennen von ihm, zumal wir vorher unschlüssig waren, für welche Reifen wir nehmen sollten. Am Ende waren die Slicks die beste Wahl. Filip konnte seine Position nach dem Start lange behaupten, ist dann aber zurückgefallen, bekam dann noch eine Long-Lap-Penalty, wodurch er noch weiter zurück gefallen ist. Er hat sich dann aber mit konstanten Rundenzeiten wieder nach vorn gefahren. Der 19. Platz entsprach leider nicht ganz dem, was wir erwartet haben, da er das Potential zu mehr gehabt hätte. Die Ergebnisse sind nicht ganz zufriedenstellend, aber wir blicken jetzt auf den Test am Montag und das Rennen in Silverstone in zwei Wochen. Vielen Dank ans Team für seinen Einsatz dieses Wochenende hier am Red Bull Ring, es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht.