Florian Prüstel: „Wir müssen nach vorn blicken.“

Florian Prüstel: „Wir müssen nach vorn blicken.“

Wenn auf den toskanischen Hügeln rund um den Mugello Circuit kein Grashalm mehr zu sehen ist, dann ist Renntag beim Gran Premio d’Italia Oakley, zu dem an diesem Wochenende insgesamt 139.329 MotoGP Fans pilgerten. Rein von der Show wurden die Fans auch nicht enttäuscht. Betrachtet man allerdings die Ergebnisse des Redox PrüstelGP Teams, ist jede Art von Enttäuschung nachvollziehbar.

Nach einem schwierigen Qualifying musste sich Jakub Kornfeil erneut der Hercules-Aufgabe stellen, das Feld von hinten aufzuräumen. Dies birgt viele Gefahren, denn besonders im hinteren Mittelfeld geht es heiß her und so musste der erfahrene Tscheche dem gestürzten Kazuki Masaki ausweichen, weswegen er durch einen Ausritt ins Gras zahlreiche Positionen verlor. Kornfeil setzte sich im Verlauf des Rennens zwar an die Spitze der Verfolgergruppe, doch die Lücke nach vorn betrug schließlich 20,252 Sekunden zu Sergio Garcia auf P13. Am Ende profitierte der 26-Jährige von den vier Stürzen in der 17-Mann-starken Führungsgruppe und nimmt mit Position 14 noch zwei WM-Punkte mit nach Hause.

Rookie Filip Salac musste heute hingegen eine ganz neue Erfahrung sammeln, denn der 17-Jährige wurde im Rennen zu gleich drei Strafen verdonnert – zwei Long-Lap-Penalties musste der Youngster fahren und weil er die dritte auf Grund der letzten Runde nicht mehr absolvieren konnte, bekam er eine weitere 3-Sekunden Strafe aufgebrummt. Besonders bitter ist dies, weil Salac im Rennen seine bisher schnellsten Rundenzeiten vom Wochenende fuhr.

Die Mannschaft um den Team Manager Florian Prüstel darf den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken. Die Ergebnisse müssen nun analysiert werden, um sich bestmöglich auf die 13 noch verbleibenden Rennen der Saison 2019 einzustellen. In nur zwei Wochen, vom 14. – 16. Juni 2019, geht es auch schon weiter beim Gran Premi Monster Energy de Catalunya auf dem Circuit de Barcelona.

Top 10:

1. Tony Arbolino (VNE Snipers)
2. Lorenzo Dalla Porta (Leopard Racing) + 0.029
3. Jaume Masia (Bester Capital Dubai) + 0.078
4. Niccolo Antonelli (SIC58 Squadra Corse) + 0.156
5. Dennis Foggia (SKY Racing Team VR46) + 0.267
6. John McPhee (Petronas Sprinta Racing) + 0.403
7. Aron Canet (Sterilgarda Max Racing Team) + 0.559
8. Tatsuki Suzuki (SIC58 Squadra Corse) + 0.595
9. Celestino Vietti (SKY Racing Team VR46) + 1.566
10. Darryn Binder (CIP Green Power) + 1.597
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14. Jakub Kornfeil (Redox PrüstelGP) + 22.830
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20. Filip Salac (Redox PrüstelGP) + 29.782

Jakub Kornfeil
Rider #84

Es liegt ein weiteres, wirklich schwieriges Rennwochenende hinter uns. Wir hätten aber nichts dagegen tun können, abgesehen von einer besseren Qualifikation. Ich bin überzeugt, dass wir in den Positionen viel höher stehen könnten, müsste ich nicht von Position 20 aus starten. Ich fühlte mich stark auf dem Motorrad und die Fahrwerkeinstellung waren ebenfalls gut. Ich schaffte es sogar, die sechstschnellste Runde des Rennens zu fahren, aber leider stürzte Masaki vor mir, was mich zwang ins Gras auszuweichen. Dadurch habe ich viele Positionen verloren und das hat mich ein gutes Rennen gekostet. Ich habe es dennoch geschafft, einige Fahrer zu überholen. Der Zweikampf mit Yurchenko hat mich allerdings zu viel Zeit gekostet und so konnte ich nicht mit der Führungsgruppe mithalten. Schnell wurde der Abstand zur Spitzengruppe einfach zu groß. Ich hatte Glück, dass die Jungs vor mir Fehler machten, die mich in der Wertung höher brachten, sodass ich noch ein paar Punkte mitnehmen kann. Es war wichtig, nicht mit null Punkten abzureisen. Mein Tempo war gut, aber es war ein hartes Wochenende für uns. Ich freue mich schon auf die nächste Chance in Barcelona.

Filip SALAC
Rider #12

Nach dem Warm-Up war ich sehr unzufrieden mit dem Motorrad, da es zu viel Bewegung hatte, aber auch im Allgemeinen hatte ich Schwierigkeiten. Für das Rennen haben wir dann noch einige Änderungen vorgenommen, was auch deutlich besser funktionierte. Mein Start war gut. In der ersten Kurve bin ich an sechs Fahrern vorbei gekommen. Dann gab es aber einen Kontakt mit einem anderen Fahrer und so verlor ich die Verbindung zur Führungsgruppe. Ich war in der zweiten Gruppe, die bis zum 15. Platz reichte, aber dann musste ich zwei Long-Lap-Penalties fahren, weil ich mehrfach die Streckenbegrenzungen überfahren bin. Unser Tempo war gut, ich fuhr solide Rundenzeiten, aber ich hatte echtes Pech mit den Strafen und der zusätzlichen Zeitstrafe von 3 Sekunden am Ende. Trotzdem möchte ich mich bei meinem Team bedanken. Wir sehen uns in Barcelona, wo wir wieder angreifen wollen.

Florian Prüstel
Managing Director

Das gesamte Wochenende war echt schwierig für uns. Wir haben es wieder verpasst, ins Q2 zu kommen. Im Q1 herrschte dann viel Durcheinander mit einigen Überholmanövern, wodurch beide Fahrer keine richtige Zeit setzen konnten. Von Position 20 und 29 aus zu starten ist dann auch keine leichte Aufgabe. Jakub hat es letztlich noch in die Punkte gerettet. Filip hat im Rennen drei Strafen bekommen, was ihn immer wieder zurückversetzt hat. Mit Platz 14 und 20 müssen wir nach vorn blicken und uns auf Barcelona vorbereiten. Großer Dank gilt dennoch meinem Team für die harte Arbeit, unseren Sponsoren hier vor Ort und denen, die es von Zuhause verfolgt haben, aber auch dem unglaublichen Publikum hier in Mugello, die das Wochenende, trotz der Resultate, wieder zu etwas Besonderem gemacht haben.