Knallhartes Kopf-an-Kopf Rennen endet für Kornfeil auf P10, Salac landet auf 21

Knallhartes Kopf-an-Kopf Rennen endet für Kornfeil auf P10, Salac landet auf 21

Es war ein Eröffnungskampf, wie ihn nur die Moto3 schreiben kann. Bis zu 15 Piloten kämpften in der Führungsgruppe auf dem Losail International Circuit um einen Podestplatz beim ersten Rennen der Saison 2019. Mittendrin: der Redox PrüstelGP Pilot, Jakub Kornfeil. Moto3 Rookie, Filip Salac, biss die Zähne nach seinem Highsider vom Samstag zusammen und fuhr unter starken Schmerzen das berühmte Flutlichtrennen von Qatar zu Ende.

Im Warm-Up stand für den 25-jährigen Tschechen, Jakub Kornfeil, noch eine wichtige Reifen-Entscheidung an. Es galt einen Pneu zu finden, mit dem er in dem 18-Runden Rennen in Qatar bestmöglich mit der Spitzengruppe mithalten kann. Kornfeil ging von Position 14 aus ins Rennen. Es gelang ihm schnell, sich in der Spitzengruppe zu platzieren und fuhr zeitweise sogar bis auf Position sechs vor. Es war ein unglaublich enges und schwieriges Rennen, von der ersten bis zur letzten Runde. Zahlreiche Überholmanöver durchmischten das Fahrerfeld, sodass bis zuletzt unklar war, wer einen der drei hart umkämpften Podiumsplätze für sich gewinnen kann. Auf der 1068 Meter langen Geraden fehlte es dem Routinier jedoch an ausreichend Top Speed. Mit einem Abstand von 0.903 Sekunden zum Rennsieger, Kaito Toba, reichte es am Ende für den zehnten Platz, was den hochmotivierten Kornfeil nicht zufrieden stimmte. Nichts desto trotz nimmt Kornfeil sechs WM-Punkte mit nach Hause.

Filip Salac kämpfte am Rennsonntag vor allem mit den Nachwirkungen seines Highsiders aus dem FP3 vom Samstagvormittag. Dank Schmerzmitteln bekam er seine Schmerzen unter Kontrolle und konnte sowohl das Warm-Up, als auch sein erstes Rennen für das Redox PrüstelGP Team bestreiten. Der von Position 28 aus gestartete Youngster hatte einen guten Start, doch bereits in der ersten Kurve musste der 17-jährige Salac einem anderen Piloten ausweichen und weit gehen. Dadurch verlor er den Anschluss zur Gruppe vor ihm. Fortan kämpfte der ehemalige Red Bull Rookies Cup Pilot in einer Gruppe aus fünf Fahrern. Zeitweise fuhr Salac die bis auf Position 19 vor. Am Ende überquerte Filip Salac als Einundzwanzigster die Ziellinie. Der junge Pilot ist mit seiner Leistung nicht zufrieden, weiß aber, dass er froh sein kann, überhaupt die Startfreigabe bekommen zu haben. Mit viel Motivation blickt er nun nach Argentinien, eine weitere neue Strecke für den Moto3 Rookie. Doch zuvor wird er alles daran legen, für Runde 2 wieder top fit auf seine KTM zu steigen.

Das erste Rennen der Saison ist Geschichte, die ersten Punkte sind gesammelt und auch viele neue Informationen nimmt das Team um die beiden tschechischen Fahrer mit nach Termas de Rio Hondo. Der zweite Stopp führt das Redox PrüstelGP Team nach Argentinien, wo vom 29.-31.03. die Karten wieder neu gemischt werden.

Jakub Kornfeil
Rider #84

Es war ein starkes Rennen und ich habe in einer großen Gruppe gekämpft. Leider haben meine Reifen mitten im Rennen nachgelassen, so dass ich nicht mehr so stark pushen konnte. Aber wir wussten voher, dass das so kommen wird. Dennoch bin ich mit meiner Reifenwahl zufrieden, weil die Medium-Mischung für mich überhaupt nicht funktioniert hat. Ich hatte gehofft, weiter vorne mitzufahren, aber das ist die Weltmeisterschaft und jeder kleine Fehler kostet einige Positionen. Es war ein schwieriges Rennen, manchmal sogar ein bisschen verrückt, aber ich habe es genossen und das ist wichtig. Mein Motorrad hat sehr gut funktioniert, also danke ich meinem Team, dass es das Motorrad nach all den Tests so gut aufbereitet hat. Ich habe immer noch gemischte Gefühle, denn ja, wir wollten ein Top 10 Ergebnis und haben das auch erreicht, aber natürlich sind wir damit nicht zufrieden. Unsere Erwartungen sind höher. Zwei Mal bin ich fast zu Boden gegangen, konnte aber einen Sturz abwenden. Ich bin etwas unzufrieden mit der letzten Runde. Ich glaube ich war etwas zu vorsichtig. In den ersten beiden Sektoren der letzten Runde war ich sehr stark, aber ich denke, dann war ich zu geduldig. Vielleicht hat mich das den siebten Platz gekostet. Manchmal kann man einige Positionen auf der Geraden gewinnen, aber heute konnte ich auf der Geraden nichts entgegensetzen. Es war kein perfektes Rennen, aber der Kampf war sicherlich fantastisch für die Zuschauer und ich war nur 0,9 Sekunden hinter dem Sieger, was ok ist. Wir müssen davon lernen und in Argentinien weiter hart arbeiten.

Filip SALAC
Rider #12

Nach dem Warm-Up fühlte ich mich ziemlich gut, abgesehen von den Schmerzen, die ich durch meinen Sturz im FP3 vom Samstag hattel. Ich hatte schon am Nachmittag Probleme mit dem Hinterrad-Grip. Wir haben versucht, das Problem zu beheben, haben es aber leider nicht geschafft. Im Rennen bin ich ziemlich gut weg gekommen, aber in der ersten Kurve machte ich einen Fehler. Ich war auf der Außenlinie und ein Fahrer musste geradeaus fahren und um nicht zu stürzen, musste auch ich vom Gas gehen. Ich verlor die Verbindung zur Gruppe vor mir und kämpfte dann hinten mit fünf Fahrern. Natürlich bin ich nicht glücklich. Mein erstes Rennen als 21. zu beenden ist nicht, was ich erwarte. Ich hatte gehofft weiter vor zu kommen, aber nach der sechsten Runde nahm mein Grip spürbar ab, sodass ich nicht mehr viel entgegensetzen konnte. Ich musste auch vorsichtig beim Öffnen des Gashahns sein. Es war mein erstes Rennen und ich meine, gestern konnte ich das Krankenhaus nicht vor 18 Uhr verlassen. Bis dahin war immer noch ungewiss, ob ich fahren konnte. Das alles macht mich ziemlich unglücklich. Jetzt freue ich mich auf Argentinien und möchte mich bei meinen Mechanikern, meinem Team und meinen Sponsoren bedanken.

Florian Prüstel
Managing Director

Für uns als Team was es ja fast wie ein kompletter Neuanfang mit unserem Rookie, Filip Salac. Mit Jakub Kornfeil als erfahrenen Piloten wussten wir, dass die Top 10 möglich ist. Wir waren in den Freien Trainings mit vorn dabei und haben auch den Direkteinzug ins Q2 geschafft. Leider ist Filip im FP3 schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus, woraufhin er leider das Q1 verpasste. Heute im Rennen haben wir aber gezeigt, dass wir vorn mitfahren können. Mit dem zehnten Platz von Jakub Kornfeil sind wir natürlich nicht super zufrieden, aber es ist ein solider Anfang und wir haben das beste daraus gemacht. Für Filip Salac war es natürlich schwer. Er ist unerfahren, kennt die Strecke nicht und musste einen Highsider verdauen, aber er ist jetzt in der Moto3 WM angekommen und weiß, wo das Niveau liegt. Vielen Dank an das Team, dass in dieser Konstellation auch zum erstem Mal ein Rennwochenende bestritten hat. Das hat auch sehr gut funktioniert, aber auch ein großer Dank an die Sponsoren, die uns vor Ort und aus der Ferne unterstützt haben. Wir konzentrieren uns jetzt auf Argentinien und freuen uns, wenn es in drei Wochen eine neue Chance gibt, anzugreifen.