Kornfeil 3 Wochen nach Schlüsselbeinbruch in unglaublichem Podiumskampf, Salac mit technischem Problem

Kornfeil 3 Wochen nach Schlüsselbeinbruch in unglaublichem Podiumskampf, Salac mit technischem Problem

Manchmal schreibt der Rennsport Geschichten, in der Freud und Leid gleichermaßen den Ton angeben. Der Rennsonntag auf dem Circuito de Jerez-Ángel Nieto wartete mit deutlich heißeren Temperaturen auf und nach einem kleinen Reifenpoker fand sich das Redox PrüstelGP Team in einem actiongeladenen Moto3 Thriller wieder – mittendrin im Podiumskampf: Jakub Kornfeil. Neuzugang Filip Salac musste das Rennen frühzeitig beenden.

Drei Wochen nachdem sich Jakub Kornfeil beim Rennen in Austin das Schlüsselbein gebrochen hat, kam er beim Europaauftakt in Jerez de la Frontera mit einem Paukenschlag zurück. Bereits beim Start ist der 26-Jährige gut weggekommen und konnte sich direkt an die Spitzengruppe heften. Unzählige Überholmanöver später befindet sich der erfahrenste Pilot der Moto3 im Kampf um Platz drei. Wenige Kurven vor Ende des Rennens führte ein Fehler und ein beinahe Sturz jedoch zu Positionsverlusten und einem dennoch sehr guten 7. Platz beim Gran Premio Red Bull de España.

Auf der anderen Seite der Box war das Rennen nach nur 10 Runden beendet, obwohl der 17-jährige Filip Salac ebenfalls ein starkes Rennen gefahren ist und sich in einer Gruppe mit viel Potential befand. Der ehemalige Red Bull Rookies Cup Pilot musste seine Moto3 KTM nach einem technischen Defekt zurück in die Box bringen. Nach einer ersten Inspektion erklärte Stefan Kirsch, Crew-Chief von Filip Salac, dass „in der Datenaufzeichnung ein Elektronikproblem gefunden wurde. Ein Schalter, der die Zündung ein- und ausschaltet war die Ursache für unser Ausscheiden. Wir können das nicht weiter untersuchen, da das Teil zu KTM gegeben werden muss.“ Der sichtlich enttäuschte Youngster wird dennoch das gute Gefühl, das er zuletzt auf seiner Maschine hatte, mit nach Le Mans nehmen. 


Das Redox PrüstelGP Team, um die Teambesitzer Ingo und Florian Prüstel, bedankt sich bei allen Sponsoren, die die junge Mannschaft vom Sachsenring vor Ort und vor den TV-Bildschirmen unterstützt haben. Nach der starken Performance des Tschechen ist die Vorfreude und die Motivation auf das nächste Rennen in Le Mans vom 17.-19.05.2019 groß, denn einmal mehr hat das Team bewiesen, dass man um das Podium mitkämpfen kann. 

Top 10:
1. Niccolo Antonelli (SIC58 Squadra Corse)
2. Tatsuki Suzuki (SIC58 Squadra Corse) + 0.242
3. Celestino Vietti (SKY Racing Team VR46) + 0.305
4. Aron Canet (Sterilgarda Max Racing Team) + 0.472
5. Albert Arenas (Sama Qatar Angel Nieto) + 0.563
6. Kaito Toba (Honda Team Asia) + 1.133
7. Jakub Kornfeil (Redox PruestelGP) + 1.187
8. Lorenzo Dalla Porta (Leopard Racing) + 1.291
9. Ai Ogura (Honda Team Asia) + 1.430
10. Andrea Migno (Bester Capital Dubai) + 1.441

Jakub Kornfeil
Rider #84

Ich fühlte mich im Rennen wirklich stark, obwohl ich einen Weg finden musste, es zu durchzuhalten. Ich bin zufrieden mit unserer Auswahl an harten Reifen. Das Motorrad funktionierte wirklich gut und am Anfang konnte ich mit der Spitzengruppe mithalten. Ich fand schnell einen Rhythmus und mein Renntempo war schneller denn je hier in Jerez. Ich bin wirklich unzufrieden mit dem Verlauf der letzten Runde, in die ich als Dritter kam, nachdem ich Canet für einige Runden hinter mir lassen konnte. In die letzte Runde des Rennens ist viel passiert. Ich wusste, wenn ich den ersten und zweiten Sektor erfolgreich überstehe, kann mich niemand in Sektor 3 überholen, weil ich dort ziemlich stark und schnell war, aber dann machte ich einen Fehler. Ich wusste, wenn die Anderen mich auf der Bremse erwischen würden, kann ich das Podium vergessen. Dann bremste ich aber viel zu spät und musste weit gehen. Ich kam aus dieser Kurve als Fünfter oder Sechster heraus und schaffte es sogar, Arenas wieder zu überholen, aber dann in Kurve 11 bin ich fast hoch über das Vorderrad gestürzt, also ein weiterer Moment, in dem ich Zeit, meine Linie und Positionen verlor. Es war ein kniffliges Rennen mit vielen Ereignissen und ich bin mir sicher, dass mich der Fehler heute ein Podiumsplatz gekostet hat. Es tut mir leid für mein Team, aber so ist es im Rennsport. Ich freue mich schon jetzt auf Le Mans, weil mir diese Strecke gefällt und ich viel fitter sein werde, zumal jetzt auch klar ist, dass das Podium greifbar nah ist.

Filip SALAC
Rider #12

Im Warm-Up machte ich nach zwei Runden zwei Stopps, weil mein Hinterreifen kaputt war, also mussten wir ihn wechseln und dann, als ich in einer schnellen Runde war, blockierte mein Vorderrad und ich bin fast gestürzt. In dieser Runde fuhr ich meine Bestzeit, nur die Position war nicht so gut. Aber wir wussten, was wir für das Rennen ändern mussten, was wir auch getan haben. Im Rennen hatte ich keinen guten Start, aber dann habe ich ordentlich gepusht. Ich fuhr eine gute Rundenzeit von 1’47.249, was mein Rekord hier in Jerez ist. Ich versuchte im Zweikampf mit Toba nicht nicht den Anschluss an die Gruppe vor uns zu verlieren, denn die reichte bis zum vierzehnten Platz. Nach zwei Runden im Zweikampf mit Toba ging die Leistung meines Bikes zurück und nach weiteren zwei Runden ging der Motor komplett aus und wieder an, und aschließend wieder aus. Ich musste also das Rennen wegen eines technischen Problems früher beenden. Es war ein weiteres unglückliches Rennen. Aber ich freue mich über die Rundenzeiten. Ich habe gute Fortschritte gemacht und fühle mich auf dem Motorrad schon deutlich wohler. Wir werden im Test am Dienstag sehen, ob wir uns noch ein wenig verbessern können, aber ich möchte mich bei allen Sponsoren, meiner Familie, allen Fans und Leuten bedanken, die mich unterstützen.

Florian Prüstel
Managing Director

Wenn man sieht, wie wir dieses Jahr angefangen haben, mit Nullern in Argentinien und Texas, können wir absolut zufrieden sein. Es war ein sehr hartes und anstrengendes Rennen mit vielen Überholmanövern und Stürzen. Jakub hat gezeigt, dass wir weit vorn mitfahren können, hatten dann zum Schluss in der letzten Runde aber etwas Pech. Was die Pace betrifft sind wir gut dabei. Für Filip lief es das gesamte Wochenende nicht so rund. Im Rennen haben wir natürlich auch von den Stürzen profitiert, aber dann hatten wir ein technisches Problem, woraufhin er aus dem Rennen ausscheiden musste. Das ist natürlich unheimlich schade für ihn, aber auch auf den nächsten Rennstrecken hat Filip Erfahrung und kann beweisen, dass er auch aus eigener Kraft unter die Top 20 fahren kann. Generell sind wir aber zufrieden und freuen uns zurück in Europa zu sein nach den anstrengenden drei Übersee-Rennen. Wir blicken jetzt nach vorn und verfolgen weiter unsere Ziele. Vielen Dank an das Team und die Sponsoren, die uns von nah und fern unterstützt haben.